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Mit Spaghettikürbissen und Brennnesseln im Glück

interim 140_kleinMarie und Pascal leben hinter sieben Bergen, ein wenig wie im Märchen. Zumindest kommt es einem so vor. Um ihre Gärtnerei in den belgischen Ardennen zu finden, braucht man Geduld und eine sehr gute Wegbeschreibung. Eine Abzweigung, die mehr Schotterpiste als Straße ist, scheint sich endlos in die grüne Landschaft zu verlieren. Doch dann taucht rechts ein Haus aus Natursteinen auf: lavendelblaue Fensterläden, Weinreben an der Fassade, Blumenkästen mit Gräsern, Spanischen Gänseblümchen und pastellfarbigen Möbel vor der Tür.

Anfangs war es schwer, Kunden an diesen entlegenen Ort in die Nähe des Ortes Stave, knapp 100 Kilometer südlich von Brüssel, zu locken. Das änderte sich mit den Spaghettikürbissen, die Mitte der 90er Jahre noch kaum jemand kannte. Mit ihnen landeten Pascal und Marie ihren ersten Cup. Dank der Kürbisse wurde ein französisches Magazin auf sie aufmerksam und berichtete über die abgelegene Gärtnerei mit dem ungewöhnlichen Namen L’Ortie Culture – ein Wortspiel, das man mit Brennnessel-Kultur übersetzen kann. Gar nicht mal irreführend, denn Marie und Pascal wählen ihre Kulturpflanzen allein danach aus, dass sie hübsch aussehen, angenehm duften oder gut schmecken. Deshalb kommen auch viele vergessene Gemüsesorten und Wildpflanzen in die engere Wahl, wie eben Brennnesseln, die nicht nur essbar, sondern sogar köstlich sind, wenn man weiß, wie man sie richtig zubereitet. Auch ein rotlaubiger Breitwegerich ist ein Ergebnis dieser Sammelleidenschaft. Er sprießt aus dem anthrazidgrauen Schieferbruch, der die Wege bedeckt. »Seine Blüten sind ein Genuss auf Parmesankäse«, schwärmt Pascal.

Auf den Gemüsebeete sind Hunderte größtenteils ungewöhnliche Arten und Sorten zu bewundern: Erdbeerspinat, Spargelsalat, Speisechrysantheme, Schnittkohl, Guter Heinrich, Neuseeländerspinat und Schnittsalate mit Namen wie Teufelsohren, Forellenschuss und Cerbiatta. Blumen und Kräuter verströmen angenehme Unzähligen Sorten von Tomaten, Paprika, Auberginen, Peperoni, Gurken, Basilikum und Perilla, einem aus Japan stammenden Würzkraut – was in drei großen Folientunnel wächst ist ebenfalls ein Schmaus für die Sinne. Pascal wählt jedes Jahr die Neuheiten aus den Saatgutkatalogen aus – und Marie prüft, ob die Pflanzen schließlich wirklich so gut schmecken, wie ihr Mann behauptet. Zusammen mit einer Köchin veranstaltet sie auch Kurse und Verkostungen für Besucher. L’ Ortie Culture ist eben weit mehre als eine gut sortierte Gärtnerei.

 

Mehr unter: http://www.ortie-culture.be

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